„Glaubwürdig, mutig, frauenbewegt.“  KDFB trauert um Kardinal Lehmann

Köln, 12.03.2018 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) trauert um Kardinal Karl Lehmann, der am 11.03.2018 im Alter von 81 Jahren verstarb.

„Die katholische Kirche in Deutschland hat einen großartigen Bischof und glaubwürdigen Theologen verloren, der sich immer auch für Frauen in der Kirche stark gemacht hat“, erklärt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth Der KDFB würdigt das Lebenswerk von Kardinal Lehmann als Bischof von Mainz und als langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Seine Offenheit für neue Wege und mehr Lebendigkeit in der Kirche, in der Frauen einen selbstverständlichen Platz einnehmen, hat der Frauenbund stets als Bestärkung seines Engagements empfunden. „Wir sind dankbar für all seine mutigen und vorwärtsgewandten Worte, besonders für seine Unterstützung, die wir in der Diskussion um den Diakonat der Frau und im Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen erfahren haben. Sein Zuspruch und seine Stimme werden uns fehlen“, so Maria Flachsbarth. Laut Flachsbarth nimmt die katholische Kirche von einem Hirten Abschied, der ganz im Sinne von Papst Franziskus mit wachen Augen hinter der Herde herging, der ihr nah war und stets darauf achtete, niemanden zu verlieren. „Geprägt vom Zweiten Vatikanischen Konzil war Kardinal Lehmann ein Mann des Dialogs, der die Botschaft Jesu Christi im Hier und Jetzt lebendig machen wollte. Er liebte die Menschen und setzte sich immer wieder für jene ein, die in besonderer Weise den Beistand der Kirche brauchten“, stellt KDFB-Präsidentin Flachsbarth fest. Auch wenn sein Ringen in Rom, die Schwangerschaftskonfliktberatung im System der Kirche zu lassen, leider vergeblich war, so habe Kardinal Lehmann nie den Mut verloren, nach vorne zu blicken und der Situation von Frauen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Der KDFB blickt mit Trauer, aber auch voller Dankbarkeit auf das Wirken von Kardinal Lehmann zurück und wird sein Andenken in Ehren halten.

Höchste Zeit für ein Bildungsfreistellungsgesetz: Frauenbund fordert gesetzliche Freistellung für Weiterbildung im Ehrenamt

München, 01.12.2017 Ein einheitliches Recht auf bezahlte Bildungsfreistellung – dafür macht sich der Katholische Deutsche Frauenbund – Landesverband Bayern (KDFB) stark. Zum Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember machte die KDFB-Vorsitzende Elfriede Schießleder heute, Freitag, deutlich: „Es ist höchste Zeit für ein Bildungsfreistellungsgesetz! Nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das Ehrenamt lebt von den Kompetenzen und Fähigkeiten seiner Aktiven. Deshalb darf der Erwerb von Fachwissen für diese Tätigkeiten und die politische Bildung nicht weiterhin wie eine Privatangelegenheit behandelt werden.“ Bei einer Diskussionsveranstaltung in München wurde erkennbar: Es braucht ein breites Bündnis und langen Atem, um mit dieser Forderung erfolgreich zu sein. 

Lebenslanges Lernen ist im Beruf wie auch im Ehrenamt mittlerweile Pflicht, nicht Kür. „Die Voraussetzungen für persönliche Weiterbildung sind aufgrund fehlender allgemeinverbindlicher Regelungen in Bayern höchst ungleich verteilt. Deshalb brauchen wir eine gesetzliche Honorierung von Weiterbildung im Ehrenamt durch ein Bildungsfreistellungsgesetz. Andere Bundesländer haben uns das bereits vorgemacht“, so Schießleder.

Als Vorbild für Bayern kann beispielsweise Baden-Württemberg dienen. Michael Krämer, der ehemalige Vorsitzende der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, hat dort im Bündnis Bildungszeit mitgearbeitet; er betont: „Das Recht auf Bildungsfreistellung muss auch die politische und gesellschaftliche Bildung umfassen. Dazu gehört insbesondere die Qualifikation von Ehrenamtlichen.“ In Baden-Württemberg habe der enge Schulterschluss zwischen Gewerkschaften, Sport-, Jugend- und Frauenverbänden, Kirchen und Bildungsträgern den Weg zum Erfolg geebnet.

So lasse auch ver.di in Bayern mit seiner langjährigen Forderung nach einem Bildungsfreistellungsgesetz nicht locker, bestätigt die stellvertretende Landesbezirksleiterin Linda Schneider „Bildung ist ein Menschenrecht und Voraussetzung für die demokratische Beteiligung aller. Deswegen ist es weder verständlich noch hinnehmbar, dass ausgerechnet das reiche Bundesland Bayern den Beschäftigten das Recht auf Bildungsfreistellung vorenthält“.

„Bei der Jugendarbeit ist man mit dem Jugendarbeitsfreistellungsgesetz, das in diesem Jahr in Kraft getreten ist, zwar schon einen Schritt weiter“, berichtet Eva Jelen, Landesvorsitzende des Bundes der Katholischen Deutschen Jugend (BDKJ). „Dadurch können ehrenamtliche Jugendleiterinnen und Jugendleiter, die in einem Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis stehen - unabhängig von Tarifverträgen – eine Freistellung für ihre Tätigkeit in der Jugendarbeit erhalten.“ Aber Jelen weist auf eine schmerzliche Lücke in der Gesetzgebung hin: „Allerdings gibt es keine Verpflichtung der Arbeitgeber auf Lohnfortzahlung.“ 

Gerade der Blick aufs Ehrenamt und seine Zukunft mache Handlungsbedarf deutlich, so Schießleder in ihrem Fazit: „In Bayern ist die Hälfte der Bevölkerung ehrenamtlich engagiert und leistet unschätzbar viel. Daher erachten wir eine gesetzliche Bildungsfreistellung bei Lohnfortzahlung als wichtigen Bestandteil des Verfassungsauftrags zur Förderung des ehrenamtlichen Einsatzes für das Gemeinwohl in Bayern.“

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

Ein guter Weg in die Zukunft

KDFB zu Amoris Laetitia

 

Köln, 13.4.2016 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) dankt Papst Franziskus ausdrücklich für das Nachsynodale Schreiben Amoris Laetitia. „Wir würdigen das Dokument als wesentlichen Beitrag für eine glaubhafte und zukunftsorientierte Ehe- und Familienpastoral. Der KDFB nimmt gerne die Einladung von Papst Franziskus an, sich intensiv mit den einzelnen Kapiteln auseinanderzusetzen“, stellt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth fest.

  

Nach einer ersten Einschätzung des KDFB zeigt Papst Franziskus hinsichtlich Ehe und Familie Ideale auf und hat gleichzeitig einen realistischen Blick für ein mögliches Scheitern von Beziehungen. Vielen Menschen wird es Mut machen, dass in dem Dokument Amoris Laetitia („Freude der Liebe“) der hohe Stellenwert von Barmherzigkeit, die Beurteilung des Einzelfalls sowie die Bedeutung des Gewissens erkennbar sind. Dazu erklärt KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth: „Amoris Laetitia fordert mehrfach auf, dem Gewissen der Gläubigen Raum zu geben. Menschen gerade in Lebenskrisen, wie einer zerbrochenen Ehe, nicht allein zu lassen, sie zu integrieren, steht für seine den Menschen zugewandte und sich an ihrer Lebenswirklichkeit orientierenden Pastoral. Das sind hoffnungsvolle Zeichen. Ebenso bemerkenswert ist die achtsame Sprache, mit der Papst Franziskus seine Liebe, Wertschätzung und Nähe zu den Menschen ausdrückt.“

  

Dr. Regina Heyder, Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB, hebt hervor, dass Papst Franziskus in seinem Schreiben die gleiche Würde und die gleichen Rechte von Frauen als Bedingung für ein partnerschaftliches Zusammenleben in den Familien betont Außerdem begrüßt sie seine positive Beurteilung der Frauenbewegung und der Emanzipation, aber auch seine deutlichen Worte zur Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen sowie seine Aufforderung, Frauen in die Priesterausbildung einzubeziehen.

  

„Als engagierter katholischer Frauenverband sind wir Teil unserer Kirche und gestalten sie mit. Gerne werden wir uns im Sinne von Papst Franziskus ausführlich mit Amoris Laetitia befassen und besonders Aussagen zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen, zu Geschlechterrollen oder zum Stellenwert von Ehe, Familie und Partnerschaften betrachten,“ so KDFB-Präsidentin Flachsbarth.

 

 

  

Ute Hücker

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Frauengeschichte wird wieder lebendig

 

Frauengeschichte wird wieder lebendig

Zur 100-Jahr-Feier des Ramspauer Frauenbunds gibt es am Freitag einen Gottesdienst und eine Ausstellung. Hier werden persönliche Schicksale erzählt.

Auf großen Tafeln erzählen die Ramspauer Frauen Frauen-Geschichten aus den letzten hundert Jahren: die ganz großen Ereignisse in Deutschland genauso wie Einzelschicksale aus dem Ort. Foto: Schaeffer

Auf großen Tafeln erzählen die Ramspauer Frauen Frauen-Geschichten aus den letzten hundert Jahren: die ganz großen Ereignisse in Deutschland genauso wie Einzelschicksale aus dem Ort. Foto: Schaeffer

Von Martina Schaeffer, MZ

Ramspau. Im Pfarrheim in Ramspau machen die Frauen des Frauenbunds Geschichte wieder lebendig: Frauengeschichten aus den letzten einhundert Jahren. Sensibel erzählt, grafisch auf magentaleuchtenden Tafeln im Großformat gut durchgestylt, anschaulich mit zahlreichen Requisiten aus dem letzten Jahrhundert fassbar gemacht: ein schmiedeeisernes Bügeleisen, eine Baby-Badewanne aus Zink, eine Sammelbüchse, eine Kaffeemühle, ein samtschwarzes Hochzeitskleidchen mit zitternder weißer Spitze.

Die Frau, die das einmal getragen hat, muss sehr schmal gewesen sein, sehr zerbrechlich. Ausgemergelt vom harten Kampf um ihre Existenz. Und das ist für die Geschichten aus Ramspau symptomatisch. Die Frauen hatten es nicht immer leicht. Sie haben Krieg erlebt, Hunger, harte Zeiten, mussten immer wieder um ihre Rechte kämpfen. Daran wollen die Frauen des Ramspauer Frauenbunds erinnern. Sie haben eine Ausstellung zusammengestellt, eine Chronik geschrieben, kein bisschen staubtrocken, sondern lebendig und spannend. Das wird am Freitag, 1. August, im Pfarrheim der Öffentlichkeit gezeigt.

Gebet für den Frieden

Denn: Der Ramspauer Frauenbund feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen mit den verschiedensten Veranstaltungen. Und am Freitag findet einer der Höhepunkte statt: Um 19 Uhr gibt es einen Friedensgottesdienst in der Pfarrkirche, bei der die stellvertretende Vorsitzende des deutschen katholischen Frauenbunds Gabriele Zinkl sprechen wird. Dazu singt der Frauenchor Canto Passionale aus Regenstauf Lieder vom Frieden. Anschließend wird durch die Ausstellung im Pfarrheim geführt.

In zwei Jahren akribischer Arbeit hat das Ramspauer Frauenbund-Team –das sind die Vorsitzende Lydia Rausch, Dr. Christine Pretzl, Elisabeth Reitberger, Annemarie Schäfer, Gabriele Schmid, Andrea Wiedenhofer, Andrea Pritschet, Kerstin Harlfinger und Roswitha Seidel sowie zahlreiche weitere Helferinnen – Zeitzeugnisse ausgegraben sowie Zeitzeuginnen interviewt und ihre Schicksale erzählen lassen. Und aus alldem eine spannende Ausstellung zusammengestellt. „Aus Respekt und Anerkennung vor dem Leben und der Leistung der Frauen“, erklärt Rausch die Motivation. Und Schäfer ergänzt: Die Erlebnisse der Eltern- und Großelterngeneration sollten nicht vergessen werden. Auf neun großen Tafeln, etlichen Zusatz-Stellwänden, in dem Begleitbuch wird bei der Ausstellung Geschichte aus Frauensicht erzählt – die ganz große deutsche genauso wie die ganz kleine im Ort. Einzelschicksale. Berührend. Es geht um die Trümmerfrauen, die Leistung der Landfrauen, es geht um die Gründerzeit des Frauenbunds, die erste Frau mit Führerschein, es geht um die Aufhebung des Zölibats für Lehrerinnen, die Frau in der Werbung, den Widerstand der Frauen im Nationalsozialismus, es geht um die Opfer des braunen Terrors wie Edith Stein oder Sophie Scholl, die Weiße Rose. „Von einer unbeschwerten Kindheit…“ heißt es auf einer der Tafeln erst groß und dann klein weiter: „können Menschen, die um 1930 geboren sind, nicht berichten“.

Die Wurzeln im Glauben

Auch das Thema Glaube wird in der Chronik aufgegriffen, immerhin hat der Katholische Frauenbund hier seine Wurzeln – auch der Ramspauer Zweigverein wurde von einem Pfarrer, Engelbert Geith, 1914 ins Leben gerufen, dessen Fotos übrigens viele Tafeln bereichern. Das zweite Vatikanische Konzil wird beleuchtet, die Päpste, die Frauen und deren Sicht darauf. Und so führen die Ramspauer Frauen durch einhundert Jahre Geschichte.

Und: „Wir wollen weitertun mit diesen Geschichten, damit sie erhalten bleiben“, erklärt Gabriele Schmid. Denn: Die Recherche-Arbeit der Frauen war so erfolgreich, dass sie nach dieser Ausstellung einen weiteren Band mit Geschichten herausgeben wollen. Und das betonen sie auch: Bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Frauenbund-Frauen, dem Friedensgottesdienst und der Ausstellung, sind Männer natürlich ebenso willkommen.

Die Frauen des Frauenbund Ramspau begehen in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Der Zweigverein wurde 1914 gegründet.

 

Am heutigen Freitag, 1. August, wird einer der Höhepunkte der 100-Jahr-Feier zelebriert. Es gibt einen Friedensgottesdienst in der Pfarrkirche zum Gedenken an den Beginn des ersten Weltkriegs. Er beginnt um 19 Uhr und steht unter dem Thema „Geschwisterlichkeit schafft Frieden“. Dabei wird Dr. Gabriele Zinkl, Vizepräsidentin des KDFB-Bundesvorstands, sprechen.

Nach dem Friedensgottesdienst, so gegen 20 Uhr, wird die Ausstellung „Gestern – Heute – Morgen: Frauen gestalten Geschichte“ im Pfarrheim eröffnet

Am 21. September findet die große Jubiläumsfeier statt. Es ist ein Festgottesdienst mit Domkapitular Thomas Pinzer geplant mit anschließendem Festakt in der Mehrzweckhalle.

Weitere Informationen im Internet unter www.frauenbund-ramspau.de.

 

 

Jahreshaupt-versammlung

Am Samstag, 14. April findet die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt. Beginn 14 Uhr im Pfarrheim. Wir freuen uns über zahlreichen Besuch! 

Fair-Pay-Bündnis

zum Entgelttransparenzgesetz!

 

Die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern ist eine der zentralen Ursachen für das erhöhte Altersarmutsrisiko von Frauen. Deshalb brauchen wir eine gesetzliche Regelung!

Auf der Homepage des Bündnisses können Sie online unterzeichnen:

 

www.fairpay-heute.de

Diözesanverband Regensburg
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